bestandsaufnahme | inventory
bestandsaufnahme

Ein mumifizierter Vogel, ein alter Damenschuh, mit Pigmenten in ihrer Erscheinung neutralisierte und durch eine Metallstange zusammengepresste Bücher oder langsam verfaulende Äpfel am Wegesrand werden von Herwig Prammer in ihrer Bedeutung und Aussagekraft zu einem neuen Sinn geführt, wenn er sie losgelöst von ihrer ursprünglichen oder gefundenen Umgebung, gleichsam als Skulptur in einem anderem Zusammenhang interpretiert. Es ist eine Bestandsaufnahme der Dinge seines Umfeldes, die er in und rund um seinen alten Bauernhof, der nun sein eigen ist, in den Scheunen oder Dachböden aufgefunden hat und zu ästhetischen Gebilden somit neu formt. 

Es sind Erinnerungen und Relikte der Vorbesitzer seines Hauses, die aber nicht die Frage nach: Wer hat hier gelebt?, sondern vielmehr: Was haben sie vergessen und ist übrig geblieben?, stellt. Herwig Prammer verortet sich nun in seinem Bauernhaus und dessen engeren landschaftlichem Zusammenhang, indem er sich bewusst mit dessen Vergangenheit auseinandersetzt. Es bedeutet nicht nur ein Respektieren des Vorhandenen, sondern auch eine Komplexität seiner eigenen Gegenwart und Zukunft mit den Fragen nach dem status quo und vor allem jener nach quo vadis?
 

Gabriele Baumgartner, Kunsthistorikerin, Kuratorin

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A mummified bird, an old lady's shoe, books neutralised in their appearance with pigments and pressed together by a metal rod, or slowly rotting apples by the wayside are given a new meaning and significance by Herwig Prammer when he interprets them detached from their original or found surroundings, as it were as sculptures in a different context. It is an inventory of the things of his environment that he has found in and around his old farm, which is now his own, in the barns or attics and thus reshapes them into aesthetic entities. 

They are memories and relics of the previous owners of his house, but they do not raise the question of: Who lived here? but rather: What did they forget and what is left?,. Herwig Prammer now locates himself in his farmhouse and its closer landscape context by consciously dealing with its past. It means not only a respect for what exists, but also a complexity of his own present and future with the questions of the status quo and, above all, quo vadis?

 

Gabriele Baumgartner, art historian, curator